Jana: Hallo Leute! Danke für die Zeit eines Interviews! DISSORTED gibt es seit dem Sommer 2004 und Ihr kommt aus Landsberg am Lech und München. Eure Musik beschreibt Ihr wie folgt: “Wir spielen melodischen Thrash Metal und verbinden pfeilschnelle Nackenbrecher a la Exodus und Testament mit traditioneller Kost wie Iced Earth und Megadeth, haben dabei jedoch immer unsere eigene Identität im Fokus”… Könnt Ihr die Worte “Eigene Identität” näher beschreiben?

Florian (Gitarre): Das Songwriting geschieht bei uns in der Regel im Kontext. Meistens gibt es vorab Ideen einzelner Mitglieder, die wir uns digital zuschicken. Darauf aufbauend werden dann im Proberaum die Ideen bzw. Songs ausgearbeitet. So hat jeder die Möglichkeit, sich direkt mit einzubringen. Daraus entsteht unser typischer Sound bzw. Stil.

Dillon (Bass): Ich denke, wir haben in der Band eine grundlegende Schnittmenge an Musik, auf die wir alle stehen. Darüber hinaus hört jeder persönliche noch weitere Sachen, die auch bei Dissorted mit einfließen.

Jana: In den zehn Jahren habt ihr hart dafür gekämpft, den Ruf als durchschlagskräftige Live-Truppe zu erhalten. Welche Ups and Downs haben Euch besonders berührt?

Florian: Plötzliche Ausstiege von Bandmitglieder sind immer Downs. Diese hatten wir in der Vergangenheit desöfteren. Ups sind in der Regel Konzerte, bei denen wir mit den Leuten immer riesigen Spaß haben und die Resonanz auch durchweg positiv ist.

Sebastian (Gitarre): Ein Highlight war auf jeden Fall der Auftritt auf der Hellpower Party 2014 in Westerstede am anderen Ende von Deutschland…20 Stunden Busfahrt, 2000 km, 3 Tage unterwegs für eine knappe Stunde Spielzeit; wobei der Trip an sich schon super war und die Leute uns dort wahnsinnig abgefeiert haben und z.B. Textfragmente, die man in unserem Promovideo hören kann schon mitgegröhlt haben, bevor sie die CD hatten – da bekommt man alles zurück, was man zuvor an Arbeit reingesteckt hat.

ana: Ihr habt vor kurzem eine EP rausgebracht, wie kams dazu und warum habt Ihr nicht gleich ein ganzes Album produziert?

Florian: Wir haben schon länger geplant, eine CD in Angriff zu nehmen. Dieses Jahr haben wir uns alle dafür bereit gefühlt, eine CD aufzunehmen, die auch unseren eigenen Ansprüchen genügt. Wir haben uns dabei bewusst für eine EP mit 5 Songs entschieden, weil wir damit unser erstes offizielles Lebenszeichen bzw. Statement abgeben wollten. Gleichzeitig wollten wir nicht nur neue Songs aufnehmen, sondern auch ältere, etablierte Songs einspielen – auch um unseren vergangenen Mitglieder und unserer eigenen Geschichte Tribut zu zollen. Zudem waren Aufnahmen in so einem professionellen Rahmen für uns auch Neuland, an das wir uns mit einer „kleinen CD“ herantasten wollten.

Jana: Gab es schon Überlegungen zu einem Album? Und worum wird es gehen?

Florian: Es gibt Überlegungen, aber noch keine konkreten Pläne für ein Album. Wir arbeiten momentan intensiv an neuen Songs. Gleichzeitig müssen wir auch sehen, wie unsere EP läuft, wobei wir rückblickend (auch mit dem Aufnahmeprozess an sich) sehr zufrieden und glücklich sind.

Dillon: Wir wollen erst einmal unseren Bekanntheitsgrad erweitern und neue Songs zu schreiben, damit wir eine vernünftige Basis für ein Album haben. Allzu lange wollen wir das aber auch nicht hinauszögern.

Jana: Woher kommt die blutige, kannibalische Inspiration für die Texte?

Florian: Wir verfolgen kein lyrisches Konzept in der Band. Es gibt weder Vorgaben noch Einschränkungen bei den Texten. Das allerletzte Wort bei den Lyrics hat unser Sänger Mirco, wobei sich jeder bei den Texten einbringen kann bzw. sich auch einbringt. Der kannibalische Zombie-Text von „Eaten Alive“ kommt von unserem ehemaligen Gitarristen Max, der sich sowohl lyrisch als auch musikalisch stark eingebracht und die Band auch mitgeprägt hat. Meistens handeln unsere Texte vor allem über reale und mitunter alltägliche Situationen.

Jana: Der Titel der EP ist “I” – warum?

Florian: Die EP stellt, wie erwähnt, unser erstes offizielles Lebenszeichen dar. Wir wollten keinen abgedroschenen Standarttitel wählen oder die CD nach einem Song (der dann doch immer herausstechen würde) benennen. Deswegen haben wir uns auf eine römische eins – also „I“ – geeinigt… unsere erste Veröffentlichung.

Jana: Welchen Eurer Songs, legt Ihr uns besonders nahe und why?

Florian: Es ist sehr schwer, einen Song herauszunehmen, weil alle Songs in verschiedenen Kontexten (teilweise auch von verschiedenen Leuten) komponiert worden. Die besten Rückmeldungen bekommt auf jeden Fall „Bloodshed Divine“, sowohl live als auch von den Aufnahmen. Das war der erste Song, den wir in der aktuellen Besetzung gemeinsam im Proberaum ausgearbeitet haben und ich finde, er repräsentiert uns und unsere Musik sehr gut.

Sebastian: Operation Observation – Heavy, perfekt zum Mattenschwingen und thematisch grade superaktuell. Aber das hat ja bereits George Orwell mit 1984 gewusst ;)

Dillon: Mein Favorit ist Bloodshed Divine, den find ich einfach super. Er animiert sofort zum Kopfnicken, ist Dynamisch und hat Parts bei denen man super Mitgröhlen kann! Außerdem ist es der Song, der uns meiner Meinung nach am besten repräsentiert! 

Jana: Wann fing es bei Euch mit der Musik an? Wart Ihr davor schon in anderen Bands, sind Eure Eltern musikalisch?

Florian: Ich habe früh – wie fast jedes Kind bei uns – mit musikalischer Früherziehung und Blockflöte angefangen. Danach mehrere Jahre Keyboard und Klavier. Zur Gitarre bin ich über meinen Vater gekommen, der selber seit fast 40 Jahren selber im Rock bzw. Blues Rock unterwegs ist. Zwischendurch hatte ich noch 3 Jahre Jazzuntericht an einer Musikschule. Die Band habe ich 2004 mit ein paar Kumpels gegründet, wobei die heutige Besetzung bzw. Musik mit damals nicht mehr vergleichbar ist.

Dillon: Meine ganze Familie ist musikalisch. Mein Vater war Bassist, mein Onkel hat Musik studiert und irgendwann kam ich dann auch auf den Geschmack Musik zu machen und habe angefangen Bass zu lernen. Nach meinen ersten zwei Bands habe ich dann im Sommer 2008 meinen Weg zu Dissorted gefunden. Sebastian: Ich habe mit 6 Jahren gelernt Akkordeon zu spielen und bin dann später zur Gitarre gewechselt. Musik war schon immer ein ständiger Begleiter. Meine erste Band habe ich dann mit 15 mit ein paar Freunden gegründet. Hier haben wir Songs von Iron Maiden, Pantera und Metallica gecovert, wie wohl viele andere Bands auch in ihren Anfangstagen.2013 bin ich dann zu Dissorted gestoßen

Die Statement Runde:

Frauen

Florian: geht nicht mit – geht nicht ohne...

Weltgeschehen 

Sebastian: Bei dem Blick in die Nachrichten kann man schonmal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Florian: sollte man von sich selber aus hinterfragen und nicht nur nachplappern

Dillon: Kann man nur noch den Kopf schütteln.

Politik

Sebastian: Kanns nicht allen recht machen

Dillon: House of Cards

Satanismus

Sebastian: Mal gehört, dass es sowas geben soll

Florian: Zu oft Mittel zum Zweck

Musikwelt

Sebastian: 80s are back!

Florian: Zweischneidig. Die Persönlichkeit sollte hier mehr Vordergrund stehen.

Jana: Gibt es Songs, die Ihr gerne geschrieben hättet? Wenn ja, welche und warum?

Florian: Da gibt es wohl viele. Ich persönlich möchte Musik schreiben, die man sich in Jahrzehnten noch anhören kann, ohne dass sie abgedroschen oder abgehört klingt. „Master of Puppets“ ist zum Beispiel eine Scheibe, die ich mir als Jugendlicher immer und immer wieder angehört habe und die ich mir heute noch gerne von vorne bis hinten ohne Drücken der „Skip“-Taste anhöre.

Dillon: Eigtl. jeden Kult-Song, dann könnte ich von den Tantiemen leben und mir ein lockeres Leben machen…

Jana: Wie sieht es in Eurer Zukunft aus… wie lange wollt Ihr die Bühne noch abrocken und was noch erreichen?

Sebastian: Abrocken werden wir noch, solange wir Spaß daran haben und das wird noch lange andauern…

Florian: Das Wichtigste für uns ist, dass wir mit unserer Musik Leute erreichen können und mit ihnen eine gute Zeit haben. Natürlich wächst auch mit der Zeit unser eigener Anspruch, wie z.B. mehr überregionale (internationale) Auftritte oder auch weitere Veröffentlichungen.

Jana: Und auf welchen Bühnen? Gibt es da bestimmte Träume?

Sebastian: Die Location an sich ist eher zweitrangig, solange die Atmosphäre stimmt. Wenn ein kleiner Schuppen mit 50 Leuten ausverkauft ist und diese 50 Leute Party machen, dann macht das genau so viel Spaß wie mit größerem Publikum. Wobei ein größeres Open Air auf lange Sicht natürlich schon reizvoll ist…

Dillon: Am liebsten würde ich auch mal in Amerika spielen, die Mentalität ist dort drüben komplett anders, vor Allem in Südamerika. Dort wird jede Metal Band total abgefeiert!

Jana: Was würde Euch als Band noch weiterbringen?

Sebastian: Ein local Support Slot im Vorprogramm einer größeren Band.

Florian: Erfahrungen sammeln, rauskommen und Auftritte spielen, sowohl Lob als auch Kritik annehmen und uns weiter selber hinterfragen – aber wir sind noch lange nicht am Ende angelangt.

Jana: Gibt es noch etwas was Ihr unseren Lesern/Hörern nahelegen wollt?

Florian: Kommt einfach vorbei, schaut euch eine Show an und trinkt ein Bier mit uns – ihr werdet nicht enttäuscht werden. Auf unserer Homepage und Facebookseite gibt es darüber hinaus Songs zum downloaden, Videos etc. – checkt das einfach mal aus.

Vielen Dank!

Bandlinks:

www.facebook.com/Dissorted – www.dissorted.de

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