Zeitlos ist ein Begriff, den man beim erstmaligen Hören der musikalischen Welt des Musikers Cygnotic sofort in sein Gedächtnis ruft. Seit nun schon zwanzig Jahren aktiv, ist der elektro-Pionier aus München nun mit seinem neuen Album Cygns am Start, mit dem er die traditionellen, legendären und zeitlosen Synthesizerklänge mit Elementen des Electronica, Futurepop, Trance und Ambient kombiniert und somit einen Mix aus zeitlosem Synthesizersound und moderner Elektronik kreuzt und somit seine ganz eigene Klangwelt erschafft. Stilistisch erinnert der gebürtige Münchner dabei nicht selten an Legenden wie Kraftwerk oder Jean-Michel Jarre.  Neun Jahre sind seit dem Erscheinen seines letzten Albums Through The Gates Of Nocturnal Sleep ins Land gegangen. Eine lange Zeit in der Markus Lindwurm, der Mastermind und einziges Mitglied von Cygnotic an diesem Album gearbeitet hat. Ob es sich dabei um ein episches Meisterwerk handelt? Finden wir es hiermit raus!

Eines zu Beginn dieser Rezension! Cygnotic hat mit Cygns ein Album erschaffen, das die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers verlangt und dies ist auch gut so. Direkt mit dem Titeltrack (Cygns) beginnend, findet man sich schon ab den ersten Augenblicken des Titels in einer Soundwelt wieder, die zumindest im Bassbereich und aufgrund der Pulsierenden Synthesizer ein wenig an den Soundtrack von Blade Runner erinnert. Cygnotic Mastermind Markus versteht es mit seinem Sound den Hörer direkt zu fesseln und präsentiert einen wunderschönen Synthesizer Soundtrack, dessen Leadsynthesizer zum einen an die zeitlosen Klassiker ala Kraftwerk erinnert und zum anderen nach modernen Trance klingen. Es wirkt so, als habe er gekonnt den modernen Sound eines digitalen Synthesizers, mit einem klassischen Moog Synthesizer, sowie einem Roland Juno gekreuzt. Nach einer “Spokenword” Einlage, die zunächst mit ihrem trancigen Charakter für eine gewisse Auflockerung sorgt, geht Cygnotic noch weiter in die Offensive und lässt sein volles Potenzial erst so richtig aufkommen. Plötzlich bricht eine gewaltige Klangwelle mit einsetzen des Schlagzeugs auf den Hörer ein und erschafft somit einen Song, der erst die Spannung erzeugt, die es braucht um am Ball zu bleiben und später eine Spannung im StarkStrom-Bereich entfacht. Tatsächlich machen sowohl der Track Cygns, als auch das gleichnamige, gesamte Album eine Menge Spaß! Man fühlt sich regelrecht in den Klangkosmos von Markus Lindwurm ein und stellt fest, dass hier nicht nur ein wahrer Sounddesigner am Werk ist, sondern auch ein talentierter Pianist, Komponist und Producer, der mit seiner Musik den Hörer in Trance zieht. Auch Second Cygn (Was wohl ein Wortspiel für Sign ist), kann Cygnotic vollkommen überzeugen und kommt einer future-pop bis fast schon dark-electro Melange um die Ecke, die in ihrer Gesamtheit einfach nur das Prädikat fantastisch verdient hat. Retro-Drumbeats, treffen auf modernere Trance-Acid-Synth’s und leichte, liebevolle Klänge, die von einem Synthbass richtig getragen werden.  

Mit dem nächsten Track Irdium Dawn, der hier als visuelles Erlebnis eingebunden wurde, beweist Cygnotic, dass er nicht nur ein Pionier und ein Meister auf dem Gebiet der elektronischen Musik ist, sondern, das er ein Künstler, wenn nicht sogar ein Genie ist. Mit Irdium Dawn beweist Markus Lindwurm, dass bei ihm alles ein starkes Konzept hat. Auch musikalisch lässt er sich hier nicht lange Bitten und erfreut den Electrohead mit einem Soundtrack, der sich gewaschen hat. Nach einem leichten Synth-Chor, geht es wieder mächtig zur Sache und ganz Stark muss man bei diesem FuturePop Track an eine Mischung aus Dark Electro und Jean Michelle Jarre denken. Die Bässe sind hier sehr treibend und im mittleren Tempo gehalten, versprüht dieser Song eine fast schon Alptraumhafte Grundstimmung, welche ihre volle Veredlung durch das Arrangement, sowie die erhabene Klangkulisse erhält. Auch das sinistre Dreaming In Reverse lässt keine Kompromisse und keinerlei Ermüdungserscheinungen bei dem Zuhörer zu. Sphärische Leadsynthesizer, bedrohliche Synthbässe geben die Einleitung zu diesem zeitlos-futuristischen Soundtrack.Teilweise ist das Arrangement derart liebevoll ausgearbeitet, dass man sich schon zwanghaft fragen muss, wie lange Cygnotic für die Erschaffung dieses (und anderen Titeln) gebraucht haben muss. Er scheint ein experimentierfreudiger, aber zielstrebiger Elektro-Pionier zu sein, der seine Musik eine ganz eigene Geschichte erzählen lässt. Selbst mit Cylight schafft er es konstant seinen hohen Anspruch zu halten und erschafft einen Soundtrack, der sich erst liebevoll aufbaut und dann immer bestimmter zum Leben erweckt wird. Interessant sind neben einer Fülle an toll klingenden Synthesizern, auch die leicht eingesetzten orchestralen Elemente, die dem Stück einen epischen Flair verleihen. Ein wenig muss man hierbei an die legendäre Elektroband Cybotron denken. 

Wie war das mit dem anfänglichen Vergleich zu dem Soundtrack von Blade Runner? Nun befindet sich auf dem  Album Cygns der Track Replicant Logic, mit welchem Cygnotic abermals sein volles Potenzial ausschöpft. Auf 11 Minuten, befindet sich hier das volle Potenzial des Elektro-Künstlers und wiedermal muss man (Wie treffend) an einen Soundtrack von Blade Runner denken. Zu Beginn des Stückes, erwartet den Hörer zunächst ein düsterer Leadsynth in Kombination mit “Computerklängen” und der gewohnten elektronischen Bässen. Nach einer spannenden Einleitung, geht Cygnotic wieder auf’s ganze und präsentiert einen tanzbaren Synth-Pop Song, der zum einen direkt aus den glorreichen 80ern, aber auch zum anderen aus der Neuzeit stammen könnte. Brachial und Ausgewogen ist das Soundkonzept eines jeden Tracks, aber hier sticht es irgendwie bestens heraus. Wer es bis jetzt noch nicht geschnallt hat, hier ist ein Könner am Werk! nicht nur, daß er wunderbar und künstlerisch mit den Sounds spielt, nein, auch hinsichtlich der Komposition, beweist Klangmagier Markus Fingerspitzengefühl. Dies tut er auch auf dem ebenso progressiv anmutenden Great Plains Of Aetherium. Bevor es mit dem Song Electronic Devotion und seinem dazugehörigen Video weitergeht:

Electronic Devotion, der Name ist im wahrsten Sinne des Wortes Programm! Denn mit einer Hingabe um einer kontinuierlich vorhandenen Liebe zum Detail und Synthesizern, macht Cygnotic stetig da weiter, wo er mit dem Opener des Albums Cygns begonnen hat. Der Song ist eine etwas geschwindere Achterbahnfahrt, der sich von den anderen Tracks in soweit abhebt, das er hektisch-stürmerisch aus den Boxen kommt und teilweise wie der Soundtrack eines Ego-Shooters klingt. Soundtechnisch muss auch hier direkt an die älteren Kraftwerk Produktionen denken, ob dies an der verwendeten Melange aus Arpeggio’s liegt? Zum Grande Finale, liefert Cygnotic mit Dark Lights of Laniakea nochmal ein kompositorisches, wie auch musikalisch-akustisches Meisterwerk hin, bei dem er abermals unter Hinzunahme von weiteren Sounds für Abwechslung sorgt. Düster klingend und sehr mystisch einleitend, ist dieser Titel mit seinen 8 Minuten, der perfekte Abschluss einer perfekten elektronik-Produktion. Streichersynthesizer lockern den Leitfaden des Songs auf, bevor er sich immer bestimmter aufbaut. Der Titel kommt ohne großartige Hinzugabe von Drummachines aus und lebt durch seinen Ambient Flair, mit dem er diesem Album einen würdigen Abschluss verpasst.

Fazit 10 von 10: Auf eine verblüffend gekonnte Art, fusioniert Cygnotic auf seinem neuen Album Cygns, den zeitlosen Spirit der Analog-Synthesizer mit neumodernen Sounds und erschafft somit einen zeitlosen Elektrosoundtrack. Auf gut über einer Stunde Spielzeit, wird dem Electrohead so einiges dargeboten und so ist es auch kein Wunder, das seit seinem letzten Album, ganze 9 Jahre Zeit vergangen sind. Cygns ist kein Album, das man nebenbei hören sollte, es will erlebt werden und das völlig zu Recht! Fans von Kraftwerk, Jean Michelle-Jarre und weiteren Bands, sowie Pioniere des elektronischen Musikgenres, sollten diesen Künstler unbedingt auf dem Schirm haben. Wer es noch nicht getan hat, sollte gleich über den oben befindlichen Youtube Music Player das Album anhören, es lohnt sich!

Review von Philipp – philipp@she-wolf.eu

Cygnotic im Internet:

Cygnotic – Die offizielle Webseite:
https://www.cygnotic.com

Cygnotic bei Facebook:
https://www.facebook.com/cygnotic

Cygnotic bei Bandcamp:
https://cygnotic.bandcamp.com/

Cygnotic bei Apple Music anhören:
https://music.apple.com/artist/cygnotic/585605773

Cygnotic bei Spotify anhören:
https://open.spotify.com/artist/0swrYn0CMpFBrmdKzOfw7F

Cygnotic bei Deezer anhören:
https://www.deezer.com/artist/5695729

Reviews