Keine deutschsprachige Punkrockband begleitet She Wolf und den Rezensenten dieser Scheibe so regelmäßig wie Die Dorks. So überzeugen sie von Album zu Album und werden nicht Müde sich treu zu bleiben, aber dennoch sich immer wieder neu zu erfinden. Dieses Statement zur Einleitung dient einfach einem ganz simplen Prinzip. Ich wollte mich hiermit mal bei Liza und den Jungs für ihr Vertrauen in meine Rezensionen bedanken und möchte somit zum wichtigen Teil dieser Rezension kommen, die ihr euch gerne durchlesen könnt und dabei durch einen Klick auf Play im oben befindlichen Youtube Player, dem aktuellen, 6. Studioalbum einer der innovativsten Punkkapellen im deutschsprachigen lauschen!

Mit Der Producer Hat Gesagt, Wir Brauchen Ein Instrumentalintro, setzen Lizal – Gesang/Gitarre, Maddin – Co-Gesang, P-Assi – Gitarre, Pogoprolo – Bass, Bons – Drums und last but not least Donald – Keys gleich ein Statement über die Spoken Word Einlage, die ihnen beispielsweise die Spielzeit ihrer Songs diktieren will. Punksongs unter vier Minuten? Nein! Wir machen eben NICHT das was ihr von uns erwartet! Das ist Punk und Das sind Die Dorks. Bei Der Arsch Auf Deinem Plattenteller, ist alles metallastiger als je zuvor und auch die Synthesizer von Mitglied Donald (auch bekannt von Punks ’n Banters oder Dirrrty Wasted Design) sorgen für einen Wiedererkennungswert. Was die Dorks auf Der Arsch Auf Deinem Plattenteller abliefern ist waschechter Punk gekreuzt mit Metal. Irgendwie ist es das metallastigste Werk was dem Rezensenten von der Band je unter gekommen ist, was im Erachten eben jenen liegt, das Die Dorks eben eine Band sind, die sich stets weiterentwickelt und das ist gut so! Lyrisch ist man so Kritisch wie eh und je und so rechnen Liz und ihre Jungs mit dem Sell-out mancher Zeitgenossen schon im ersten Titel Der Arsch Auf Deinem Plattenteller  der auch dem hier vorliegenden Gesamtwerk seinen Namen verpasst hat:

Der eigentliche Opener und damit erste Titel von 16 Stück (17 mit dem Intro), zeigt wohin die Riese diesmal hingeht. Die Dorks geben sich metallastiger denn je und Keytar Punker Donald  wirkt auf dieser Platte auch präsenter, als bisher. Die Dorks sind eine Band, die es bis jetzt immer geschafft hat, ihren Sound weiter zu entwickeln und sich dennoch treu zu bleiben. Angetrieben von kräftigen, aber diversen Drumbeats, marschieren die beiden Gitarristen Liz & P-Assi zusammen mit dem Bassisten Pogoprollo drauflos und präsentieren eine lyrische Kampfansage an den Kommerz, und den musikalischen Sell-Out. Donald’s Synthesizer sind hier entgegen vielleicht aufkommenden Vermutungen in keiner Art Störfaktor, sondern sie geben dem Metalpunk-Hybrid der Band noch das gewisse Dressing Extra. So zeichnet sich der Opener durch seine spielerische Variation aus und zeigt: Wir bleiben Die Dorks, wir sind Die Dorks und wir werden Die Dorks weiterhin sein. Denn auch wenn Der Arsch Auf Deinem Plattenteller wirklich sich musikalisch dem Metal am deutlichsten annähert, so ist die bayrische Band immer noch treu bei ihren Wurzeln geblieben. 

Und dies merkt man auch bei dem zweiten Song Boarderline Fishmob bei dem einem zunächst extrem metallastige Elemente aus Double-Bass Drums und melodiöse Metalgitarre begrüßen. Fast schon wirkt das musikalische Konstrukt progressiv, so viel variation bietet es. Die Dorks machen hier der „Millenial-instagram-Like-attention-Attention-Drama“ Generation eine Ansage und verpassen auf gekonnte Art ein paar saftige, weckende Schellen. Der kurzzeitige Wechsel zum männlichen Gesang und das darauffolgende Gitarren-Solo im schnellen Tempo fallen hier besonders auf. Und das Musikvideo dazu erst:

 

Der nächste Metalpunkstreich folgt zu gleich Die Trümmer der Zivilisation mit welchem Die Dorks Kritik an dem zerstörerischen Wesen der Menschheit üben, der Mensch als Bewohner eines Planeten, den er kontinuierlich ausbeutet und der sich und seiner Umwelt nicht bewusst ist, sondern vielmehr der technologische Fortschritt und der eigene Profit gilt. Ein Mahnfinger an Dich und Mich und unser egoistisches, selbstgefälliges Leben. Interessant haben die Punks den Song in seinem Arrangement auch gestaltet. empfangen uns zunächst melodiöse Metalgitarren, die zweifelsfrei an so manche Heavy Metal Band denken lassen, wird ab der zweiten Hälfte das Tempo gefühlt verdoppelt und die Pogogarantie kommt durch. 

So gut die hier vorliegende Albumproduktion auch ist und der Produzent wirklich zu loben ist, gibt es verglichen mit dem Vorgänger einen Kiritkpunkt: Lizal’s Gesang könnte ein wenig präziser sein, so hat der geehrte Rezensent dieser geilen Scheibe manchmal Schwierigkeiten dem Text zu folgen. Dies ist aber rein Subjektiv und sollte nicht für Bare Münze genommen werden, es spiegelt nur mein bescheidenes Empfinden wieder. 

Auch bei Zu Lange Winter In Berlin geben sich Punkrocker und Metalheads die Hand und zerren sich in den Moshpit zum Pogo Tanz. Es geht in einem tiefgründigen Text über oberflächliche Freundschaften, eines drogensüchtigen Protagonisten. Generell habe ich das Gefühl, das Die Dorks  lyrisch tiefgründiger geworden sind als zuvor sind. Im Grunde genommen ist die in diesem Song beschriebene, nicht namentlich genannte Person eine einsame Seele, die auf gekonnt kreative Art besungen wird. Auffällig ruhig beginnt Barrikaden Aus Fleisch Und Blut. Sängerin Lizal wird von leichten Synthieflächen und einer cleanen Gitarren-Akkord-folge in der Einleitung begleitet. In diesem geht es um Zusammenhalt und darum, gegen die Misstände in dieser Welt. Kurzum handelt es sich hier um einen Appell an die Menschlichkeit und den Widerstand gegen sämtliche Missstände, gegen die Verrohung der Gesellschaft. Im ersten Teil akustisch, im mittleren Teil flotter Punk wird der Song gegen Ende immer zunehmend metalliger. Bei Sinn Des Lebens  ist der Name Programm! Die Dorks hauen eine Fusion aus Metal und Punk heraus, die sich wie auch seine Vorgänger durch spielerische Variation und ein tolles Konzept auszeichnet. Lyrisch wird das eigene Leben und der Sinn dahinter hinterfragt. Die Dorks schaffen es auch hier, einen Ohrwurm aus Metal und Punk und lyrischer Genialität, für die ihre Fans sie kennen erschaffen. Mit einem Ska Intro empfängt euch der Song Mehr als nur verschwendete Jungend, der während seiner Spielzeit sich immer weiter aufbaut, zunächst Ska, dann Punk der immer mehr zum  Metal(punk) mutiert. Ordentlich um die Ohren fliegt sogleich der nächste Streich Wo Musik noch offline Spielt ist Titel Nummero Neun. Hier geht es darum, das man die Musikszene unterstützen sollte und zuviel digitalisierung dem ganzen seinen Zauber nimmt. Musikalisch spielen The Dorks auch hier wieder ein Ensemble aus ordentlichem Metal und Punk und verführen nach wie vor dazu den Regler weiter nach Rechts zu drehen. 

Verblüffend ruhig eröffnet Am Tresen einer anderen Stadt die nächste Runde. Pianofolgen, cleane Gitarren und ein bluesig-leidenschaftliches Gitarrensolo startet der Song mit einem Text, der philosophisch ist und von einer Freundschaft zu handeln scheint. Auch hier sticht der Metalanteil hervor, der so herrlich Schön im Kontrast zu den Vorgängeralben von Die Dorks steht. Metal(punk) As Fuck ist auch der nächste Song Der Stock Im Arsch Des Untergrunds. Auch hier kann man sagen, unbedingt anhören! Die Message ist goldwert! Auf dem ganzen Album hinweg befindet sich ein gutes Stück nach dem anderen. Wenn Die Angst Zum Zeitgeist wird ist ein weiteres Beispiel, bei dem Die Dorks auch hier wieder die Feder gekonnt schwingen lassen und empathielosen Zeitgenossen den Marsch blasen, den Metal ordentlich einfließen lassen und wieder mal tiefgründig mit schwarz – weiß denkenden Dumpfbacken ins Gesicht brüllen. So kann man auch die beiden nachfolgenden Stücke Die Zeit Der Lügengesten und Weil es jeder von uns braucht guten Gewissens in diese Ecke stellen. Spielerische Variation trifft auf Sound- Arrangement- und Lyricideen, die gerade dieses Album vielleicht zu dem besten Album allerzeiten von Die Dorks macht. 

Mit Zu Fett Für Deine Lederjacke haben Die Dorks einen ganz besonderen Feature Gast auf ihrem Album. Wölfi von Die Kassierer ein wenig erinnert mich der Track zunächst an Back In The Village von Iron Maiden  wenn man diesen zu Beginn anlaufen lässt. Der Text ist irrwitzig, Hier handelt es sich um einen weiteren Anspieltipp. Der Mach Die Dorks Aus Blues klingt nach Western und ebenfalls dieser musikalische Ausflug steht der Band. Trotzig und Rotzig so könnte man die Songs auf dem knapp siebzig minütigen Album werten und oh ja! MEDDL AS FUCK . Als Bonuszugabe gibt es dann noch den Hidden Dreck den ich hier mal unkommentiert stehen lasse 

Fazit 9 von 10: Die Dorks können auch auf ihrem 6. Album vollkommen überzeugen und die ganz klar erkennbare Weiterentwicklung steht ihnen mehr als gut! Hier geben sich Punker und Metalheads die Klinke in die Hand und tanzen die Pogo Nacht durch. Mit Siebzig Minuten ist das zwar eine kurze Nacht, aber wofür gibt es den Repeat Knopf, der hier sicher zum Einsatz kommt – GEIL! 

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu

Die Dorks im Web:

Offizielle Webseite von Die Dorks:
https://diedorks.de/

Die Dorks bei Facebook:
https://www.facebook.com/DieDorksPunk/

Die Dorks Streaming & Download:
https://imusiciandigital.lnk.to/COA02?fbclid=IwAR0IaReXWiDI9-24fuWF1vX6U8kl0…

 

 

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