Vor gut einem viertel Jahr, haben wir mit The Ecstasy Of The Night euch eine Single vorgestellt, deren musikalisches Schaffen sich zwischen Powermetal und Horrorpunk bewegt und für das ein einziger Mann verantwortlich ist. Seit Burzum sind One-Man-Shows zumindest im (Black) Metal ja nichts außergewöhnliches mehr, doch musikalisch ist Grave Robbert mit seinem kommenden Album The Nightmare Begins alles andere als das. Man könnte den brachialen Stilmix, den Grave auf diesem Album spielt tatsächlich als Horror-Power-Metal bezeichnen. Eins muss hier gleich vorweg erwähnt werden, das der Solo-Metaller fast wie Schwedens Antwort auf die Michale Graves Ära und die Misfits wirken könnte, wäre da nicht der musikalisch höhere Anspruch, sowie der andere Gesangsstil, den Grave Robbert auf seinem kommenden Debütalbum The Nightmare Begins bietet. 

Beginnen wir dieses Review mit dem Titeltrack The Nightmare Begins , den ihr euch direkt über den oben befindlichen Youtube Player reinpfeiffen könnt und der auf dem Album nach einem synphonischen Intro, dessen Grundgerüst aus Violine, Cello und akustischen Elementen besteht und bei dem ein weiblicher Gesang den Hörer betört. Wer hier jetzt vermutet, es handele sich um eine Synphonic Metal Produktion, der wird nach diesem schönen Intro, das es versteht die Spannung gekonnt aufzubauen, direkt eines besseren Belehrt. Grave Robbert führt nicht nur auf dem nun folgenden Titeltrack The Nightmare Begins, konsequent seinen hohen Anspruch, den er schon bei unseren ersten Begegnung mit ihm offenbart hat, gradlinig fort und eröffnet ein Album, dessen Flair zwischen Old-School und Moderne allgegenwärtig sind. Lyrisch wird sich auf der ganzen Scheibe hinweg den düsteren Horrorthemen gewidmet, die mit dem fantastischen Arrangement, der runden Produktion und vor allem dem musikalischen Talent von Grave Robbert alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Als Schmankerl offenbart Grave Robbert zu Beginn gleich den Beweis, das er ein eingefleischter Axtschwinger ist, der aus deiner Gitarre auch mit leichter Fingerfertigkeit, fantastische Solos zaubern kann. In der Hookline des Gesangs, setzt Grave auf den Einsatz der im Intro verwendeten Sängerin und das funktioniert verdammt nochmal einwandfrei. Auch das dritte von insgesamt 14 Liedern, macht eine gestandene Figur. Ein wenig erinnert Grave Robbert hier an frühere Death Metal Produktionen, was der Stimmung seiner groovigen Gitarren und dem gutturalen Gesang wohl zu verschulden ist. Bei diesem Song gestehe ich dem Herren eine gewisse Nähe zum Groove Metal zu. Ist die Gitarren- und Bassarbeit bei diesem Titel in der Rhytmussektion noch etwas einfach gestrickt, sind die eingesetzten Breaks und der Refrain dafür wieder fingerfertig eingespielt. Doublebass Drums und ordentlich Bums, gibt es mit The Nightmare Begins von Grave Robbert auf alle Fälle! Mit zügiger Geschwindigkeit und anspruchsvoller musikalischer Kreation, kommt als nächstes Stand Alone aus den Boxen und der Name ist einfach und ergreifend Programm! Grave Robbert erschafft hier bombastische Metalkost vom feinsten, die treibend aus den Boxen kommt und zum Mitwackeln verführt. Diverse Spielerische Variation, Taktwechsel, anspruchsvolle Drums und selbstverständlich variable Gitarren- bzw. Bassarbeit, machen auch diesen Song unvergesslich. Hier kommt definitiv düstere Stimmung auf, die Laune macht. Decending eröffnet gemäßigt aber sehr schaurig. Ein wenig erinnert dieser Gruselmetaller in seinem Intro an das eben selbige Intro von Mother Russia einem Titel von Iron Maiden. Im mittleren Tempo orientiert, zeugt auch dieser Song, wenn nicht ganz so stark wie die vorherigen, von gutem Handwerk. 

Mit dem Song Neglected empfängt uns Grave Robbert mithilfe einer Akustikgitarre in seine dunkles, musikalisches Reich und entlockt aus sämtlichen Instrumenten ein wunderschönes Klangkonstrukt, das von seinem rauchigen Gesang wenige Augenblicke später begleitet wird. Auch in dieser Disziplin erweißt der schwedische Vielsasser als Genie und hat somit eine wunderschöne Ballade kreiert, die aus einem ausgewogenen Mix aus Streicherflächen, Akustikgitarren und einer anspruchsvollen Instrumentalisierung, sofort zu überzeugen weiß und beweißt, dass Grave Robbert nicht nur in der Lektion der harten Klänge durchaus bewandert ist, sondern auch mit ruhigeren, besser gesagt akustischen Elementen, musikalischen Zauber aus der Hi-Fi Anlage entlocken kann. 

Mit The Ecstasy Of The Night, haben wir wie eingangs schon erwähnt, bereits im Mai diesen Jahres Bekanntschaft gemacht. Ihr könnt ihn jetzt wahlweise anhören und- / oder euch unser Review dazu HIER nochmal durchlesen, wenn ihr möchtet. Genauso stark und ordentlich polternd, geht es mit The 13th Day In Hell weiter und hier klingt Grave Robert tatsächlich nach Horrorpunk, die Nummer klingt von der Leadgitarre gesehen her verdammt fröhlich und verführt regelrecht zum Pogotanz. Ein gewisser Einfluss von Marylin Manson ist bei Grave Robberts auf keinen Fall zu leugnen. Wer diese unheimlichen Horrorfilme kennt, der wird bei dem Intro zu Deflowered das pure, aber schöne Grauen erleben, das fundamental aus einer Spieluhr besteht, bevor es nach wenigen Wimpernschlägen direkt wieder weiter geht. Mit diesem Song hat Grave Robbert einen Song erschaffen, der zum einen Spannung aufbaut, sich durch seine (wie immer) druckvolle Produktion und die fast schon progressive Machart auszeichnet. Durch das sorgfältige Sounddesign und die verwendeten Elemente, wird es hier keinesfalls langweilig und auch dieser Titel lässt keine Ermüdungserscheinungen zu, er stürmt geradezu Brachial aus den Lautsprechern und macht weiterhin Hunger auf mehr. Down bildet da auch keine Ausnahme, die für Grave Robberts scheinbar obligaten Arp-Gitarren, eröffnen den Song, der nach einem kurzen Break zu einem ordentlichen druckvollen Metaller mutiert und die Arp-Gitarren nur hier und da wieder zum Vorschein bringt. Auch hier ist die Produktion und das Zusammenspiel perfekt aufeinander abgestimmt worden. Sicher handelt es sich nicht um eine multimillion Dollar Produktion, aber dafür um eine in die sowohl musikalisch, lyrisch und kompositorisch eine Menge Herzblut investiert wurde. Liebevoll ist das Stichwort, wenn man den Song Midnight Road auf das erste mal beschreiben müsste. Mit Streichern und Pianoakkordfolgen wird auf knapp zwei Minuten ein schöner Gesang einer Sängerin dargeboten, der fast schon an Filmmusik erinnert und nachdenklich stimmt. Manch einer würde Midnight Road jetzt als Zwischenstück zur Auflockerung bezeichnen, da er jedoch eine wunderschöne Ballade darstellt, muss man vor Grave Robbert hier seinen Hut ziehen und muss zugeben, das dieses Element auf dem Album nicht Stört, sondern es unverkennbar macht. Fast schon wie The Beauty And The Beast.

Monströs geht es mit dem nächsten Song When The Bell Tolls One weiter, den ihr euch hier direkt anhören könnt. Langsam und bedrohlich baut Grave Robbert die Athmossphäre des Songs auf, der mit seinen gut fünf Minuten sich im langsamen Tempolimit in die Ohren des geneigten Musikkonsumenten bahnt. An der Rhythm Fraktion wird hier mit simpleren Methoden als zuvor gearbeitet und Grave Robbert beweist, das weniger manchmal auch mehr ist. Natürlich fehlt bei diesem Stampfer auch das obligate Gitarrensolo, das Mr. Robbert lässig gesteuert von seinen flinken Fingern aus der Gitarre zaubert. Bei dem im Geschwindigkeitsrausch gespielten The NS erinnert Grave tatsächlich an eine Mischung aus The Misfits meets Marylin Manson und haut einen Pogotauglichen Rocker raus. Leichte, unverzerrte und akustische Kost gibt es zum Abschluss nochmal mit Försummad, der schwedisch-sprachigen Version von Neglected

Fazit 9 von 10: Mit seiner energiegeladenen Mischung aus Powermetal, Horror Metal, Punk und Death Metal erschafft Grave Robbert auf seinem Debütalbum einen ganz eigenwilligen Stilmix, sehr genial sind der unerwartete Wechsel zwischen gewaltiger Heavyness und leidenschaftlich schöner Akustik. Grave Robbert ist hier ein sehr gutes, wenn auch nicht immer von den Riffs her sehr umfangreiches Album gelungen, das Genregrenzen leicht vermischen lässt, Themen wie Trauer, Hoffnungslosigkeit und Depression, aber auch ordentlich Horror anspricht. Sobald die Scheibe im Handel erhältlich ist, empfehlen wir euch den Konsum von The Nightmare Begins, das hoffentlich wirklich der Anfang von einer langen Karriere ist und nicht den Anfang vom Ende darstellt. Wer nicht warten kann, kann über die in diesem eingebetteten Artikel nun drei der Songs in voller Länge anhören.

Review von Philipp: Philipp@she-wolf.eu

Grave Robbert im Netz:

Grave Robbert bei Facebook:
https://www.facebook.com/GraveRobbertBand/

Grave Robbert bei Apple Music anhören:
https://music.apple.com/artist/grave-robbert/1050529204

Grave Robbert auf Spotify anhören:
https://open.spotify.com/artist/6Rcx3aEUeW97yfM1v15apb?si=vAvCMBfuRqSSQoBWE1bUtQ

Grave Robbert bei Youtube:
https://www.youtube.com/channel/UCkcDH1JJB5XOyV-fGzasB9w

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