Manchmal bekommt man von einem Promoter Bands zugespielt, die sofort ins Gehör gehen. Manchmal ist man froh, wenn man das Review beendet hat und oft sogar dankbar, dass man diese oder jene Band dank des eben genannten Typen kennenlernen durfte. So widmen wir uns der Punk-Combo Missiles Of October, die vermutlich nach dem gleichnamigen Film benannt wurden. Laut, dreckig und zornig, das steht in der Beschreibung der Facebookseite von Lionel Beyet (verantwortlich für Bass & Screams), Bob Seytor (zuständig für die Drums) und Mathias Salas (tätig an Guitar & Screams), die sich zu Missiles Of October verschmolzen haben und mit “Don’t Panic” nun ihr neuestes Werk auf die Punkrockszene loslassen.

Der gleichnamige Track ist verdammt dreckig und das im positiven Sinne. 3/4 Takte geben die Geschwindigkeit an. Die “Reibeisen”-Stimme und die simplen (Genre-typischen) Gitarren, geben den Ton an. Die Produktion könnte ein wenig besser sein, aber das hier sind Missiles Of October, das hier ist gottverdammter Punk, also wer erwartet bei diesem Genre ernsthaft eine 10.000,- Dollar teure Produktion? Vielleicht Kommerzpunkhörer. Hinterließ der erste Titel schon einen bleibenden Eindruck, so wackeln mit “Music For Hangover” endgültig die Wände, wenn es um den Druck der Produktion geht. Schwermütig und verkatert schleppt sich die Band aus den Boxen. Der Track ist ein akustischer Kater nach einer durchzechten Nacht und leider muss ich gestehen, dass er auch am Ende, wenn es um die spielerische Variation geht, doch ebenso langweilig ist, wie er sich hier lesen mag. “Two Feed In Sludge” hingegen ist wieder standfester Punkrock im langsameren Tempo. Der Lead-Sänger gröhlt sich die Seele aus dem Leib, der Drummer treibt straight Gitarre und Bass an, die sich gegenseitig die Klinke in die Hand drücken und somit packenden, simplen und wutgeladenen Punk auf dem Plattenteller servieren. “Become An Asshole’s” Melodien klingen irgendwie ironisch. Jedenfalls muss man hierbei an feiernde, rumspringende Punks denken. Das unruhige, strukturlose Spiel von Bass und Gitarre (verursacht durch die Drums) macht das ganze unglaublich lustig, ich würde der Band fast schon Trunkenheit am Instrument unterstellen. “Wannabe” ist ebenso sinnfrei, wie es sich anhört. Da singt wer davon, dass er ein Insekt, ein Roboter, ein Objekt… sein will und wiederholt dies scheinbar endlos. Im Verse geht es dann doch wieder ein klein wenig aussagekräftiger zu. Bis es jetzt dutzendemale No Reaction… No….. usw. heisst. Leute echt, ich höre sehr gerne Punkrock. Aber dieser Song öded und ätzt nur. Nach der Hälfte ausgeschaltet und die nächste Nummer angemacht. Es hört sich einfach oftmals sehr hingerotzt an. Frei nach dem Motto: wir nehmen schnell was auf, präsentieren euch das, so und jetzt bezahlt uns dafür. Bitte Jungs, mal ernsthaft: ein klein wenig mehr Speed oder Variation hätte gut getan. Mit “Cheerleader” fegen Missiles Of October aber zum Glück doch wieder die Irritation über den vorausgegangenen Titel fast weg. Hier wird Punk vom Feinsten geboten. schnelle Gitarren, treibende Drums, knackige Bässe und die Auswahl der Riffs, einfach die Verwirklichung dieses Titels, ist doch eine Klasse für sich. Anspieltipp! “Six Pack” ist genau das, wonach es sich anhört. Hier wird dem braunen Gesöff gehuldigt. Musikalisch in Ordnung, mehr aber nicht. “Addiction” kann man ebenfalls gut anhören. Die Drums wirken hier sehr unruhig, die Gitarren werden davon jedoch super getragen. Nach einem Break, gibt es ne kurze “Showeinlage” der Gitarre und des Basses. Es verhält sich paradox, einerseits sind die Jungs wirklich hungrig und stehen für guten Punkrock, andererseits wird das ganze sehr schnell nervig. Da ändert auch das monströs wirkende “Dead Body” nicht wirklich was. Der Sänger unterbricht zu oft, ungefähr so: “We found… – a dead man… – on the river…”. Dieses Schema zieren die Gesangsparts fast ständig und irgendwann nervts echt. “Dance With Me” erinnert zunächst vom Riffing her an “Hash Pipe” von Weezer. Das wars aber auch schon, denn wieder einmal wird die Band langweilig. Mit “You Pray A World Of Shit” kommt mir spontan der Gedanke: “Und ihr fabriziert einen HAUFEN Scheisse” in den Kopf…

Fazit: 2 von 10 Punkten. Auf Bandcamp steht: “Name your Own Price”, ich würde dafür nicht mal 3 Cent ausgeben, wenn ich ehrlich bin. Arbeitet bitte nochmal eure Songs aus, probiert es nochmal ein wenig anders, Stimme, Instrumentierung könnt ihr gerne so lassen. Aber das war Müll. Sondermüll und verursacht Akustik-Allergie vom Feinsten. Ja, es ist Punkrock, aber auch bei diesem Genre gibt es einfach Grenzen, – sorry. Ab in den Mülleimer. Und ganz ehrlich? Wenn ihr diese Schei(ss)(b)e hier seht und den Titel “Don’t Panic” lest: BITTE um HIMMELSWILLEN, KRIEGT PANIK, schmeißt das Ding sonst wohin aber BITTE tut euch den Gefallen: NICHT IN DEN PLAYER!

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu

Reviews

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *