Die Thrash Metal-Kämpfer Nailgun lassen nun mit Desolation ihr drittes Studioalbum auf die Metalszene los. 2008 gegründet, vereinen die Metalgranaten (auch wenn sie genau genommen dem Thrash Metal zuzuordnen wären) diverse Spielarten der Metal-Richtungen und dem verleihen sie wirklich genialen Ausdruck. Lässt man Fantasie und Vorstellungskraft bezüglich des Sounds von Nailgun ein wenig spielen, so ist das Cover eine perfekte bildliche Umsetzung ihrer Musik. Nailgun sind: Sänger Manuel Blesch, die Gitarristen Daniel Morsch und Nenad Eppli, Bassist  Sven Rakowitz und Drummer Steffen Wiesel.

Wie ein akustischer Marsch durch die finsteren Wäldereien hören sich die ersten Takte von “The Message” an. Eine düsterere Stimmung kann man kaum erzeugen. Nach dieser kurzen Einleitungen kriegen wir Thrash/Death vom Feinsten zu hören. Das Duo Daniel Morsch und Nenad Eppli sind echte Talente auf ihrem Gebiet, die zusammen mit dem zielstrebigen Drumming und dem standfesten Bass mächtig Eindruck machen. Sänger Manuel Blesch ist ein wirklich guter Sänger, dessen sehr gute Gesangsstimme, die nicht zu hoch und nicht zu tief klingt, wie der Arsch auf den Eimer zur Musik passt. Als dieser Song, dessen Produktion wirklich pures, audiophiles Vergnügen ist, ausklingt, fragt man sich sicher: wars das jetzt schon? Mit dieser Umschreibung übertreibe ich in keinster Weise, denn Nailgun schiessen wie Nägel aus der Pistole direkt ins Gehör und bleiben durch ihre fast schon hymnischen Ansätze bei euch hängen oder kurzum gesagt: der Bandname ist Programm! Bei “Asylum” geht es mächtig zur Sache. Im Gallop reiten Nailgun auf die Ziellinie zu. Man muss der Band auf jeden Fall zugute halten, dass ihre Songs voller Energie und Passion stecken und das spürt man in jedem digital kodierten Bit. Die Stärken von Nailgun sind ganz klar die Refrains, die nicht nur durch die Leistung des Sängers, sondern auch durch die guten Lead-Gitarren aufblühen. Kultiviert sind auch die Gitarrensolos, die oftmals kurz, aber dafür straight beim Hörer ankommen. Was bei den vorherigen Songs schon durchaus lobenswert war, wird beim rasanten “Crinean Crisis” fortgeführt. Da sind sie wieder, diese geilen Lead-Riffs, dieser starke Gesang und diesmal mit einer ordentlichen Portion Speed. Double-Bass-Drums sind im Refrain und dem vorangehenden Teil auch zu Genüge vorhanden, blasen das ganze jedoch nicht unnötig auf, sondern machen das Gesamtwerk ausdruckskräftiger. Und wie “Crinean Crisis” ein weiterer Hit ist, liefern Nailgun mit “Devil’s Ground” schon wieder gutes Material ab, das sich zunächst durch eine etwas langsame, eingängige, dafür gut strukturierte Vollstreckung durchsetzen kann. Und endgültig durchsetzen kann sich die Band durch diesen tief gesungenen, hypnotischen (wenn man es so ausdrücken darf?) Refrain, der wirklich Gänsehaut verursacht. Wunderbar! Mit einer sehr interessanten Ethno-Klangkulisse bekommen wir sehr gute experimentelle Eindrücke auf dem Track “Rise Of Evil” vermittelt. Sonst erwartet man ja bei solchen Songs, vor allem zu Beginn des Liedes, gleich die 08/15-Standard-Schemen, aber nein – hier wird orientalische Musik einfach mal so dazu benutzt, um einen gut gemachten Spannungsbogen aufzubauen. Natürlich kommt der Mittelteil im 3/4-Takt zurück und präsentieren wieder feinstes Metall der genussvollen, kreativen Art. Wenn man nur Prelistenings einfügen dürfte, dann würde ich euch jetzt diesen schwergewichtigen Metal mal vorspielen. Das ist wirklich etwas, was man gehört haben muss. Ein anspruchsvolles Arrangement nach dem anderen bieten Nailgun dem anspruchsvollen Metalhörer. Wieder stark melodiös geht es bei “Tyrant’s Fall” zur Sache und wieder einmal bekommen wir es mit mystischen, akustischen Elementen zu tun. Aber auch (vielleicht ja sogar deswegen?) wenn es hier ab und an ein wenig seicht wirkt, macht auch dieser langsame, aber anspruchsvolle Metalbomber, der im Refrain alle Ketten wieder bricht, mehr als einfach nur Spaß. Gutes bietet auch das euch zu Beginn mit melodisch, schönen Leadguitars Bekanntschaft machende “Calanity”. Der Song gehört zu jenen, die ihr euch umbedingt (wie fast alles bisherige auf dem Album) anhören müsst. Ruhe trifft auf ungestümen Metal, der im simplen, aber atemberaubenden Refrain so stark ist, dass er sofort hängen bleibt. Mal wieder sind die Gitarrensolos das Sahnehäubchen auf der leckeren Portion Metal-Eis…. Eine Mischung aus Rock-Ballade und Heavy Metal/Rock, so würde ich diesen Song beschreiben. Standfest ist auch “A Fading Existence”, das zwar hier und dort ein wenig schwach daherkommt. Der schnelle Song baut irgendwie ein wenig ab. Er bietet nicht ganz das Potential, das man bisher von Nailgun gewohnt ist. Zum Refrain bekomme ich leider auch irgendwie gar keinen Bezug: “One so beautiful” heißt es im Refrain… Aber ganz so “beautiful” ist dieser Song nicht so ganz. Dafür geht es wieder starkbrüstig mit “Catch My Fall” zur Sache. Der Song hat wirklich alles, einen guten Text, eingängige aber gut Drums, die das Uhrwerk aus melodischen Lead-Gitarren, steinstarken Gitarren und kräftigen Bässen, sowie Top-Gesang kontinuierlich und perfekt antreiben. Bei “End Of Era” würde ich fast schon behaupten, dass dies wörtlich zu nehmen ist. Doch die Ära Nailgun ist mit diesem Album definitiv noch nicht abgeschlossen und wird den Weg für weitere tolle Veröffentlichungen freigeben. Im Verse mit Chorusgitarren auskommende Kost, die euch im Refrain wieder ungezügelt um die Ohren fliegt und das Dach wegfegen wird!

Fazit 9 von 10 Punkten. Im Gesamten liegt hier ein Metal-Kunstwerk vor, um das es einfach schade wäre, wenn es in den Regalen verstauben oder in den Weiten der Online-Stores als Geister-Bits herumschwirren würde. Hört euch die Scheibe an und kauft sie, ihr werdet beeindruckt sein!

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu

Weblinks:

Nailgun – Offizielle Webseite
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Stellvertrtender Chef Redakteur seit 2013.

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