Seit 1995 und somit seit nun gut 24 Jahren sind die Holländer von der Suburbs mit ihrem Indie-Rock Aktiv und wagten im Jahr 2003 ihren Neubeginn. Die Band um den Leadsänger Arie Spaans zeigt sich mit ihrem neuen Album The Sound Of The Sea musikalisch im Indie-Rock und Alternative Rock-Bereich beheimatet und erinnert dabei stellenweise an Künstler wie Placebo. Doch eine Kopie von Brian Molko und seinen Jungs, stellt das Quartett aus Scheveningen nicht dar und es ist absolut kein Wunder, das sie in ihrer Heimat den Award De grote Prijs van Nederland der nationalweite Anerkennung in Holland genießt abräumen konnten. 

Paralyzed ist der erste von insgesamt 8 Tracks und klingt in der Tat wie eine Mischung aus Placebo und The Hives. Simple, aber effektive Gitarrenriffs werden von dem Schlagzeuger in ein mittleres Tempo getrieben. Soundtechnisch und songwriterisch geben Suburbs sich sehr ambitioniert und vermischen ihren Indie-Rock Sound, der teilweise auch etwas vom Bombast-Rock der 1970er Jahre hat mit ordentlichen Lead-Gitarren, die nicht aufdringlich, sondern eigentlich sehr angenehm aus den Lautsprechern tönen. Besonders im Refrain gewinnen die Songs an Fahrt und wissen zu gefallen. Resolutions ist ein ruhigerer Song, der im Verse mit Akustikgitarren betont wird und dessen tragendes Element die Bassgitarre ist, die zusammen mit dem Gesang die Basis bilden. Auch hier zeigt die Band einige Soundexperimente am Effektpedal der Gitarre und erschafft einen Stilmix aus poppigem Indierock und The White Stripes. Besonders der Refrain ist es, der hier im Gehör hängen bleibt, nebst der höchst kreativen Melodieselection. 

Die Suburbs lassen es bei dem darauffolgenden Titel The Rise and Fall of Everything abermals gemäßigt angehen und erschaffen mit dieser Nummer, jedoch einen hitverdächtigen Ohrwurm. Zunächst mit leichten Keyboardflächen einleitend, ist auch hier im Verse das grandiose Bassspiel in Begleitung mit den Drums und Gesang und der cleanen Gitarre zur Akkordbetonung im Einsatz. The Rise and Fall of Everything ist ein ausgewogener Song, der Hitpotenzial hat und den wir hier direkt mal als Anspieltipp vermerken möchten. Das flotte The Sound Of The Sea ist ebenfalls ein Zeugnis davon, wie die Suburbs ihr Handwerk verstehen. Stilistisch gibt die Band sich wie auch auf den vorherigen Songs und erschafft auch hier eine Atmosphäre, die jeder Indierockfan nur mögen kann. Von Song zu Song scheinen The Suburbs sich zu steigern und den Spannungsbogen weiter aufzuziehen, ohne ihn zu überdehnen. Dies gilt sowohl für das bombastische Some Kind Of Relief, dessen Arrangement und melodiöse Umsetzung höchsten Ansprüchen gerecht wird, wie auch für das traumhafte, mit Chorusgitarren unterlegte Forgotten Dreams, bei dem die Band ein fast schon orchestralen Flair versprüht. Streichersynthesizer, Chorusgitarren und eine gute Klangkulisse bilden das Grundgerüst am Anfang und lassen den Song nur so episch aus den Boxen kommen. Musikalisch sind bei Suburbs wahrlich Könner und talentierte Songwriter am Werk. Auf ein Schlagzeug muss man bei diesem zweiminütigen Track jedoch verzichten können. Mit Face The World und Staring At The Face Of God geben die Holländer von den Suburbs nochmal ihr ganzes Rezept an musikalischer gestandenheit zum besten. Die Rezeptur ist wie immer die selbe. Die Songs leben vor allem durch ihren hymnischen Refrain und werden vor allem durch den Gesang zum Leben erweckt. Die Leadgitarren machen auch hier eine gute Figur. 

Fazit: 7 von 10 Punkte. Mit Sound Of The Sea haben die Suburbs aus den Niederlande ein überdurchschnittlich-gutes Album gezaubert, das mit der Konkurrenz im Starhimmel durchaus mithalten kann! Zwar hätte die Leadgitarre etwas präsenter sein können, jedoch ist dies ein Manko, das sich verschmerzen lässt. Fans von Bands wie Placebo, Muse und in gewisserweise 30 Seconds To Mars sollten sich diese Scheibe unbedingt mal anhören und bei Gefallen dringends besorgen! Es Lohnt!

Review von Philipp – Philipp@she-wolf.eu

Suburbs im Netz:
Suburbs bei Apple Music anhören:
https://music.apple.com/artist/suburbs/151178507
Suburbs bei Deezer Anhören:
https://www.deezer.com/de/artist/517006

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