Mit dem Gründungsjahr 2018, sind The Twelve AM noch eine recht junge Band, die nun mit Pretty Noise über Red Electric Recordings im Januar 2019 ihr Debütalbum veröffentlicht haben. Die Trio, bestehend aus Lee D’Ambrosio – Drums, Chris Champagne – Guitar und Steve Michels – Bass  stammt aus Middlefield, Connecticut und haben den Ruf inne, das ihre Songs wie ein explodierendes Feuerwerk mit lauten Gitarren und einem druckvollem Bass ist. Ob dies stimmt und der Titel des Tonträgers wirklich Programm ist, oder ob es sich hier um eine Fehlzündung handelt, das wollen wir herausfinden. 

Der eingängige solide Rocker Punk Drunk, ist schon vielversprechend und bietet neben eingängigen Riffs, die zugegeben im Verse etwas einfallsreicher sein könnten, auch ein ordentliches Grundkonzept Der Refrain ist dafür umso aufgeladener und kann dann schlussendlich zum Einklang des Albums voll und ganz überzeugen. Vom Sounddesign für dessen Produktion sich Brad Blackwood verantwortlich zeigt, gibt es nichts zu beanstanden. Ein wenig und das ohne blasphemisch zu werden, haben The Twelve AM was von gutem, alten Grunge und erinnern ein wenig an Nirvana oder auch Pearl Jam. Mit diesem Vergleich wollen wir uns keineswegs zu weit aus den Fenstern lehnen, er spiegelt lediglich unsere rein Subjektive Meinung wieder. Vor allem der Refrain des Openers Punk Drunk bleibt schonmal hängen und so enthält der erste Titel, den The Twelve AM nun auf Pretty Noise präsentieren schonmal die volle Zustimmung. Okay der Titel von Run With the Bulls lässt schon etwas schmunzeln, hier erinnern The Twelve AM tatsächlich auch in punkto Gesang und Spielart ein wenig an Blink 182, musikalisch wird hier Pop-Punk / Indie mit Grunge Attitüde dargeboten, die frisch und modern aus den Boxen kommt. Bass, Gitarre und Drums liefern einen grundsoliden Ton ab, der sich mit seiner Leistung nicht verstecken braucht. Leider ist der Sound hier etwas übertrieben und so nerven die Becken der Drums, die alles wegbraten und zu laut und penetrant im Mix sind schon ein bisschen, da sie dem hervorragenden Spiel des Gitarristen besonders in den Leadparts die Show stehlen. Im 3/4 Takt kommt dann Elope aus den Boxen, bei dem Drummer Lee in einem lässigen Spiel Bassist Steve und Gitarrist Chris zu einem ordentlichen Rhytmusfundament antreibt, mit dem wieder ein hymnisches Lied erschaffen wird, das erst gemäßigt im Refrain ist, dafür aber im Refrain wieder an Stärke gewinnt und zeigt, das The Twelve AM ein talentiertes Trio ist. Almost Gone ist ein leicht nachdenklicher Song, bei dem die Band ebenfalls definitiv weiß wo sie hingreifen soll und einen standfesten Rocker aus den Boxen zaubert. Die kleinen Show-Einlagen der Solos bzw. der Leadgitarre, machen die Songs von The Twelve AM erst richtig melodiös und hymnisch und geben ihnen noch ein bisschen mehr. Wie Man Songs mit guten Melodieen schreibt, das wissen die Indie Rocker von The Twelve AM auf jedenfall. 

Lipstick Red erinnert von der ersten Sekunde an nicht nur an diverse Grunge Produktionen, sondern in gewisserweiße auch an Weezer ob dies am Gesang der Band liegt? Der Song bedient sich dem typischen Sound der Band und kann ebenfalls überzeugen, da auch er songwritertechnisch nicht gerade Schlecht ist. Sicher sind The Twelve AM nicht gerade eine Band, die jetzt etwas innovativ neues und nie dagewesenes macht, aber sie brauchen sich vor längst bekannten Bands des Genres nicht zu verstecken. Gitarrist Chris Champagne lässt mit seinen Solos und auch im Verse Part die Korken ordentlich knallen und erschafft somit mit seinen beiden Jungs ein brachiales Opus des alternativen Rock. Im absoluten Kontrast zum ordentlichen Rock steht der Song Guitar Boys, der beweist, das The Twelve AM auch in der Disziplin des akustischen Songwritings ihr Talent. Tatsächlich ist bei diesem Lied, das nicht nur einen klasse Text hat, nein! Die Akustikgitarre das tragende Element, die endgültig die Qualitäten des Leadsängers überdeutlich aufzeigt. An und für sich ein schöner, ruhiger Song. Das Lyric Video zu Heart Beats lassen wir mal für sich selbst sprechen.

Auch bei diesem Titel kommt einem fast das Gefühl, das es sich hierbei um eine neue, unveröffentlichte Nummer von Blink182 handeln könnte. Im Grunde genommen ist dies ein ruhigerer Rocksong, der sich besonders gut für die Tanzfläche des Clubs und für Paare eignet ;). Mit einer ordentlichen Soundwall geht dann New Girl im mittleren Tempo zur Sache und zeigt einen weiteren, harten, aber melodischen Song von The Twelve AM, der sich als Heavy-Love-Song bezeichnen lassen kann und wieder durch sein gutes Handwerk in Sachen Songwriting und Instrumentalisierung beweisen. The Twelve AM beweisen, das sie durchaus Ohrwürmer schreiben können. Alles andere als Leer ist dann schließlich Empty der sich eher im ruhigeren Klangefilde aufhält und somit abermals zeigt, das The Twelve AM nicht nur gut im Rocken sind, sondern mit Pretty Noise ein Album kreiert haben, das nicht nur rockt, sondern auch gemäßigter sein kann und somit divers ist. Zum großen Finale gibt es noch mit My Autumn den abschließenden Song, der sich dem gewohnten Schema von The Twelve AM bewegt, aber das Zeug hat ordentlich unter die Haut zu gehen. Im wechselbad zwischen gemäßigt und immer heavyier werdend, ist das knapp fünfminütige Lied der perfekte Abschluss, bei dem sich von perfektem Druming angetrieben, Bassist und Gitarrist die Finger blutig spielen. Auf diesem Song konnte ich zur rein subjektiven Meinung das bis dato schönste Gitarrensolo vernehmen, was aber nicht heißen soll, das jene der vorausgegangenen Songs schlecht sind, im Gegenteil. My Autumn ist der perfekte Abschluss im mittleren Tempo, der die Platte abrundet und ihr somit das Grande Finale verleiht. 

Fazit 7 von 10:  Für das erste Album ist bei Pretty Noise von The Twelve AM schonmal Programm! Soviel sei euch direkt verraten. Hier könnten Fans von Blink 182, Weezer, in gewisserweise auch Nirvana oder Foo Fighters eine alternative gefunden haben. Die Band ist aber keineswegs ein Abklatsch, sie machen wirklich gute Musik und beweisen, das sie es drauf haben! Gitarrist, Bassist und Drummer spielen zusammen, als hätte es die Band schon seit Jahren gegeben. Für ein erstes Album eine beachtliche Leistung, wer es noch nicht getan hat, der sollte sich über oben befindlichem Player die Scheibe gerne einmal selbst anhören. Außer ein paar Schönheitsfehlern in Sachen Mixing, macht Pretty Noise jedenfalls spaß!

The Twelve AM im Netz:

Die Offizielle Webseite von The Twelve AM:
https://thetwelveam.com/

Das offizielle Twitter Profil von The Twelve AM:
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The Twelve AM bei Apple Music anhören:
https://music.apple.com/artist/the-twelve-am/1446237262

The Twelve AM bei Spotify Anhören:
https://open.spotify.com/artist/29ivbsTEwisthXFkzscA6a

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https://www.deezer.com/de/artist/55627082

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