ROBERT PLANT – „Lullaby And… The Ceaseless Roar“ – new CD is out!

ROBERT PLANT hat sich ja mit „Stairway To Heaven“ und seiner Mitgliedschaft bei LED ZEPPELIN schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. Manche behaupten sogar, er sei der beste Rock-Sänger aller Zeiten… Nun ist sein neues Album „Lullaby And… The Ceaseless Roar“ erschienen und zeigt einen völlig anderen Robert Plant. Während sich Zep-Gitarrist Jimmy Page immer noch krankhaft um eine Led Zeppelin-Reunion bemüht, hat sich Robert Plant wiedermal neu erfunden…

robert-plant-2014-ed-miles-900x470 Robert Plant ist ein Ausnahmesänger, eine starke Persönlichkeit mit Neigung zur Zickigkeit und einem Willen zur musikalischen Veränderung und persönlicher Selbstfindung. Hatte er aber auch bitter nötig, nachdem die Pressestimmen über seine Gewalttätigkeiten seinen Frauen gegenüber nicht verstummen wollten. Sein Ex-Bandkollege Jimmy Page bemüht sich dagegen ja wie ein kranker Hund um die Wiedervereinigung der Band, aber Plant weigert sich strikt. Dafür hat er aber auch seine Gründe, obwohl er gerade mit Led Zeppelin unsterblich wurde. „Mit Led Zeppelin wurden wir damals, egal was wir machten, von den Kritikern immer geprügelt. Es war manchmal nicht auszuhalten, was da über uns geschrieben wurde“, meint Plant, der scheinbar mit Zep endgültig abgeschlossen hat, denn: „…und was kam dann? Ich tat mich mit Alison Krauss zusammen, wir veröffentlichten ein Album, erhielten dafür 6 Grammys und wurden von Fans und Kritikern gleichermassen in den Himmel gehoben!“ Somit ist es auch nicht verwunderlich, wenn er diesem Genre treu bleibt und weiterhin eine Mischung aus Country, Blues und Rock zelebriert. Nur ist er auf dem neuen Album wesentlich entspannter und ruhiger und wagt sich sogar in musikalische Gefielde vor, für die man dem Ex-Zep-Frontman in den 70ern/80ern vermutlich gesteinigt hätte: Afrobeat und Trance!

Robert Plant Robert Plant hat mit 66 Jahren einen neuerlichen Wandel vollzogen, er wirkt auf seinem neuen Album ruhig und entspannt, er ist von den USA zurück nach England gezogen und meint fast schon Guru-mässig: „Was und wer einem wichtig ist, lernt man erst im Alter!“ Auf seinem neuen Album bleibt er dem traditionellen US-Sound treu, obwohl man beim Opener „Little Magic“ fast meinen könnte, er besinne sich auf alte Zep-Zeiten. Auf „Somebody There“ und „Turn It Up“ scheint er einen Blick in seine Seele werfen zu lassen, die Lyrics dieser beiden Songs haben stark autobiografische Züge und glänzen mit experimentellen Rock. Dazu gesellen sich afikanische Beats, denen Plant ja schon länger frönt und die auf seiner musikalischen Achterbahnfahrt ja nichts wirklich Neues sind. Plants Definition dazu: „Es ist ein feierliches Album geworden, kraftvoll, sinnlich, mutig. Trance triftt auf Led Zeppelin.“ Hingegen sind die elektronischen Trance-Elemente, die an Massive Attack oder Prodigy erinnern, vollkommen neu, – nachzuhören z.B. im Song „Pocketful Of Golden“ , der allerdings gestandenen Zep-Fans das Fragezeichen überm Kopf erscheinen lassen wird… Plant lotet mit seiner Band geschickt die Grenzen aus und bleibt immer am Rande des Erträglichen und versöhnt Alt-Zepper mit Songs wie „Rainbow“„Up On The Hollow Hill“ und „Poor Howard“ .

0075597954210 Plant beweist auf seinem 10. Solo-Album, dass er immer noch gewaltige Songs schreiben kann und dass seine Stimme auch zu Country und elektronischer Musik, Rock und Afrobeat passt. Auch wenn manche Songs frappant an Zep erinnern, so sind die neuen musikalischen Ergüsse doch frei von „Kashmir“ -Ballast und wirken nicht wie früher rotzig frech, sondern gereift und frisch, sowie traditionell und experimentierfreudig gleichermassen. Dass Plant nicht an einer Zep-Reunion interessiert ist, kann man sicher nicht seiner Alterssturheit zuschreiben, sondern seinem musikalischen Weg, den er jetzt über 10 Solo-Alben gefunden hat. Auch wenn Zep-Fanatiker ihn jetzt als Verräter hinstellen oder ihm gar die Prügelstrafe zukommen lassen wollen, Plant hat ein Leben nach Led Zeppelin gesucht und gefunden, er hat Frieden mit sich selbst gemacht und präsentiert sich auf „Lullaby And… The Ceaseless Roar“ als in Würde gealterter Rocker, auch wenn im Gesicht die Koks- & Alkohol-Spuren der ausschweifenden Rockstar-Vergangenheit deutlich sichtbar sind. Wäre das nun ein Debut-Album eines neuen Künstlers, würden sich Kritiker voll des Lobes überschlagen, da es aber das neue Solo-Album des Ex- Led Zeppelin -Sängers ist, wird er immer an seiner ruhmreichen Vergangenheit gemessen werden. Aber er hat sich eine neue Chance verdient, – gerade mit diesem neuen Album!

Newsticker by Tom Proll