Review: TRSPSSNG – „Akustische Panik“ (Punk)

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Deutschland ist bekannt für seine musikalische Vielfalt. Vom Major- und Independent, bis hin zum Underground-Bereich, kommen von dort einige akustische Schätze. Ein solcher musikalischer Schatz ist das Debütalbum der aus Hannover stammenden Band TRSPSSNG . Natürlich verhält es sich auch in Österreich, Schweiz und selbstredend auf dem Rest der Welt so, was ich jedoch damit ausdrücken möchte ist, dass hierzulande so manche Underground-/ & Independentbands existieren, die eigentlich aus dem Untergrund auf die Bretter, welche die Welt bedeuten, gehören. TRSPSSNG , die 2012 gegründet wurden und aus den Mitgliedern  Lennard, Justin & Robin bestehen, sind meiner Wenigkeit vor allem durch ihr Können an den Instrumenten, den interessanten Texten und die Punk-Musik irgendwo zwischen Die Ärzte und Sportfreunde Stiller aufgefallen. Letzteres hat zwar mit Punk nicht unbedingt was zu tun, jedoch haben sie ein gewisses Flair von den Sportfreunden. Na wir haben jetzt mal genug dumm rumgesabbelt! Vorspiel weg, jetzt wird sich ausgezogen und rumgemacht! Und zwar geht es jetzt um Musik!

trspssng_akustische panik_cover front Wer jetzt angesichts des Covers und des Titels das Ganze falsch interpretiert, dem sei gesagt, dass  „Akustische Panik“ hierbei zum Glück eine andere Bedeutung hat, als der ein oder andere womöglich befürchten mag. „Schland“  ist ein sozialkritischer Song, der durch seinen groovigen Bass den interessanten Text aufwerten kann. Gesanglich wirkt dieses Stück ein wenig monoton, nein fast schon langweilig. Aber man könnte das Ganze jetzt auch als eine Form der Eigenwilligkeit des Trios TRSSPSNG ansehen. Der Fokus liegt hierbei ganz klar auf dem genialen Bass, der höchsten Ansprüchen des Hörers genügt. Natürlich hat auch der Sänger Qualität. Das war keineswegs negativ gemeint. Es geht nur darum, dass der Refrain eigentlich nur an der Phrase „Willkommen in Deutschland“ besteht. Aber wer den Text hört und vor allem sich in die Lage hineinversetzt, aus welcher der Verfasser diesen Song geschrieben hat, der wird definitiv Verständnis für die Jungs zeigen. Lyrisch geht es bei diesem Song um die Paradoxien innerhalb der deutschen Gesellschaft, auch Rechtsextreme und frauenfeindliche Säcke kriegen hier eine aufs Maul, verbal gesehen versteht sich und als könnte das nicht auch passender sein, gibt es die Nationalhymne auf der Gitarre obendrauf. „Aber hey“ handelt von Misstrauen und Betrügereien in Liebesbeziehungen. Der Song hat mächtig Pfiff und bietet leichte Ska-Einflüsse. Eins muss hier ganz groß geschrieben werden: TRSPSSNG  erweisen sich als musikalische und lyrische Talente. Wer jetzt aufgrund meines ersten Absatzes denkt, dass meine Rezension gegen den Sänger geht, der irrt auch, denn er passt perfekt zu den Songs und dem Sound von selbigen. Er verkörpert das unverbrauchte, jugendliche Sprachrohr. Auf witzige Art machen TRSPSSNG mit arroganten Schnöseln kurzen Prozess. Dauert der Song „Arrogant“  zwar nur 1:30 Minuten, so bringt er dennoch alles gekonnt auf den Punkt. Gitarre, Bass, Drums und Sänger sind eine Einheit und machen ihren Job (wie auf dem ganzen Album) sehr gut. Hier sind junge Musiker am Werke, die nichts dem Zufall überlassen. Interessante Bass- und Gitarrenriffs sorgen dafür, dass das Album auf keinen Fall ausgelutscht wirken wird und bei euch sicher öfters im Player landen wird. Ein Titel, benannt nach den Jungs, „TRSPSSNG“ fehlt natürlich auch nicht auf der Platte und auch hier: alles richtig gemacht. Der Song ist lyrisch und diesmal englisch. Durch ein ausgewogenes Arrangement samt spielerischer Finesse, kann auch dieser Song punkten. Auf „I Don’t Give A Fuck“  begrüßt euch Al Capone persönlich und möchte euch Schuhe aus Beton anziehen! Ihr solltet diesen Titel auf jeden Fall anhören (TIPP!). 

Und nein, um „Akustische Panik“  handelt es sich bei dem Album  und dem jetzt einstimmenden Titelstück wirklich nicht, sondern um einen Punkrock-Track, der kein Bein stillstehen lässt. Lyrisch scheint das Ganze eine Abrechnung mit Großmäulern (und Nazifaschos-Spasten-Glatzen) zu sein. Bei „Transparency“ geht der buchstäbliche Punk ab. Rockt wie Sau die Nummer und gerade wo sie so geil groovt, muss ich leider feststellen, dass sie ein wenig kurz geraten ist. Musikalisch und Songwriting-mäßig perfekter, anspruchsvoller Punk, was FAST über das komplette Album bezeichnend ist. Und ja, den abschließenden Song „Gute Aussichten“ kann man wörtlich nehmen. Wenn TRSPSSNG wirklich weiterhin konsequent den eingeschlagenen Weg gehen werden, so werden sie mit blinder Treffsicherheit in der Zukunft ein As nach dem anderen landen. Der abschließende Song gibt noch einmal alles und das hört man bei jedem Takt. 

Fazit: 8 von 10 Punkten.   TRSPSSNG sind noch eine junge Band und nur die Zukunft wird zeigen, wie es mit ihnen weitergeht. Eins ist jedoch gewiss: TRSPSSNG können sich mit den „Grossen“ messen und brauchen sich nicht vor ihnen zu verstecken. Wenn ihr deutschen Punk mögt, wird euch TRSPSSNG sicher gefallen. Auch für Fans von Die Ärzte , Kettcar und Konsorten sind TRSPSSNG ein Hauptgewinn! 

Review von Philipp   

 

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